Highlight KulturKonzerte

Via Mediæval – Musik und Räume des Mittelalters

„Reformationes“ – Reformationen VOR Luther und ihre Musik
Die Reihe „Via Mediæval – Musik und Räume des Mittelalters“ lädt vom 9. September bis 8. Oktober ein, in einmaliger Kombination die Musik des Mittelalters in der Architektur ihrer Zeit zu erleben. Passend zum Kultursommer-Motto „Epochen und Episoden“ werden reformatorische Bewegungen in der Kirchengeschichte des 12.-14. Jahrhunderts durch ihre Musik repräsentiert. So geht es bei den Konzerten dieser Reihe um gleich mehrere „Reformationes“.

Foto: Klosterkirche Hornbach – ein Kulturdenkmal

 

 

Die Konzerte:
( *** kostenfreie Kirchenführung 90 Minuten vor Konzertbeginn)

9.09., 20 h – 67697 Otterberg, Abteikirche ***
Schola Gregoriana Pragensis (CZ)(s. Foto) – Musik aus der Zeit Karls IV.
In Böhmen und Mähren finden sich bereits im Mittelalter reformatorische Bewegungen: Kaiser Karl IV. (1316–1378) stößt selbst vielfältige Neuerungen an, in deren Folge sich eine spirituelle und kulturelle Blüte entfaltet. Die renommierte Schola Gregoriana Pragensis präsentiert in der ehemaligen Zisterzienser-Abteikirche Otterberg einen Querschnitt durch das mittelalterliche geistliche Repertoire Böhmens.

 

10.09., 17 h | 76889 Klingenmünster, Kloster ***  (Tag des Denkmals)
Ensemble Gilles Binchois (FR) | Nova Cantica
Das Ensemble Gilles Binchois lässt Musik erklingen, die nach dem Gregorianischen Choral eine Epoche unerhörter Modernität einläutet: Ein- und mehrstimmige Vertonungen lateinischer Dichtung aus den geistigen Zentren dieser Zeit, wie Saint-Martial de Limoges oder Le Puy-en- Velay. Diese „Neuen Liedern“ des 12. Jahrhunderts sind Ausdruck eines geistigen Aufbruchs, der sich im weltlichen Bereich auch in der Dichtung der Troubadours niederschlägt.

15.09., 19.30 h | 66500 Hornbach, St. Fabianstift ***
La Morra (CH) | Fiat Unitas – Resonanzen des großen Schismas
Das Kirchenschisma von 1378–1417, die große Verwerfung innerhalb der spätmittelalterlichen Kirche, hatte auch weitreichende Auswirkungen auf die Komponisten dieser Zeit. Auf den Konzilien trafen Musiker verschiedener nationaler Stile Europas aufeinander, was den Weg für die kompositorische Entwicklung der folgenden Jahrhunderte bereitete. Das Ensemble La Morra
singt und spielt Musik, die mit dem großen Kirchenschisma in Beziehung steht.

17.09., 20 h | 67346 Speyer, Krypta im Dom
Ensemble Ordo Virtutum (DE) (s. Foto)
Fragmentum – Auf der Suche nach dem verlorenen Klang
Die Reformation im 16. Jahrhundert zog die Aufhebung vieler Klöster nach sich. Der über Jahrhunderte gepflegte liturgische Gesang hatte keine Verwendung mehr. Das wertvollen Noten-Pergament wurden edoch nicht einfach entsorgt, sondern zerschnitten und als Einbände für Akten „recycelt“. Ensemble Ordo Virtutum hat sich zur Aufgabe gemacht, diese Schätze zu heben, zu rekonstruieren und ihnen wieder neues klangliches Leben einzuhauchen. In der Krypta des Speyrer Doms erklingen diese musikalischen „Nebenwirkungen“ der Reformation.

24. 09., 17 h | 76857 Eußerthal, ehem. Zisterzienserkirche ***
Ars Choralis Coeln (DE) | Devotio Moderna
Ein vertieftes Frömmigkeitsideal zog im 14. und 15. Jahrhundert immer mehr Frauen an. Die Frauenklöster rechten nicht mehr aus und so pflegten die so genannten „Beginen“ eine eigene Form des religiösen gemeinschaftlichen Lebens. In ihrer Musik mischen sich ältere mittelalterliche Praktiken mit den mystischen Strömungen ihrer Zeit. Ars Choralis Coeln präsentiert einen
Querschnitt durch diese Gesänge der „Devotio Moderna“.

1. 10., 17 h | 67595 Bechtheim, St. Lambertus ***
Tiburtina-Ensemble (CZ) (s. Foto) –  Hört, Soldaten Gottes!
Die erste Reformationsbewegung in Böhmen um Jan Hus, der 1415 auf dem Konstanzer Konzil verbrannt wurde, führte zur Hussitischen Bewegung. Mit ihr einher geht eine neue, auch volkssprachliche liturgische Musikausübung. Das Tiburtina-Ensemble aus Tschechien stellt Ausschnitte aus dieser wenig bekannten Gesangstradition vor.

 

6. – 8. 10. | 67547 Worms, Liebfrauenkirche, St. Martin, Dom
Zacara-Triduum – Konzerte und Workshops mit den Ensembles Leones (DE), Micrologus (IT), Currentes (NO) in Kooperation mit dem Festival „wunderhoeren“

Antonio Zacara da Teramo (+ 1416) gilt als einer der führenden Vertreter europäischer Musik zur Zeit des Großen Abendländischen Schismas.
Die internationale Dimension dieses außergewöhnlichen Komponisten, der erst in jüngerer Zeit von Musikwissenschaftlern neu entdeckt wurde, hat drei namhafte Ensembles für mittelalterliche Musik dazu bewegt, ihre Erfahrungen anlässlich Zacaras 600. Todestags zu einem ambitionierten Projekt zu vereinen.
Nach Italien und Norwegen ist dieses besondere Konzertwochenende erstmals und einmalig in Deutschland zu hören.
Konzerte:
6.10., 19 h, Einführung 18 h Liebfrauenkirche – Ensemble Micrologus
7.10., 19 h, Einführung 18 h Kirche St. Martin – Ensemble Leones
8.10., 17 h, Einführung 16 h Wormser DomEnsemble Currentes
Zwei Workshops für mittelalterliche Zupf- und Streichinstrumente sowie Gesang und
Ensemblespiel ergänzen das Programm:
7.10., 10-12 h Workshop „Rosetta Iˮ mit Baptiste Romain
8.10., 10-12 h Workshop „Rosetta IIˮ mit Marc Lewon

Info & Tickets: www.wunderhoeren.de
Info: www.via-mediaeval.de
Tickets: 20110.reservix.de
Hotline: 01805 – 700733

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